Schneller, aber nicht näher
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Wenn uns KI wirklich so viel schneller macht, warum wird unsere To-do-Liste dann nicht endlich kürzer?
Die meisten Menschen haben einen endlosen Backlog. Viele dieser Aufgaben sind heute digital. Falls KI tatsächlich eine Art generische Superkraft für Wissensarbeit ist, müssten unsere Listen dann nicht langsam schrumpfen?
Ich glaube durchaus, dass KI uns schneller macht.
Ich habe meine Website kürzlich mit Claude Code komplett neu bauen lassen. Ich habe die Suche nach einem neuen Job und einem neuen Dienstwagen teilweise automatisiert. Dinge, die früher Tage gebraucht hätten, dauern heute manchmal nur noch Stunden.
Aber vielleicht war Geschwindigkeit nie das eigentliche Problem.
Selbst wenn die Zeit für digitale Aufgaben immer weiter gegen null geht, müssen wir Menschen die Aufgaben noch immer definieren, auswählen und bewerten. Statt zehn Tasks erledigen wir dann eben hundert.
Die Umsetzung wird schneller. Der menschliche Overhead bleibt.
Jede Aufgabe braucht Kontext. Eine Entscheidung. Eine Richtung. Irgendjemand muss beurteilen, ob sie überhaupt sinnvoll ist.
Am Ende ist es die alte Unterscheidung zwischen Effizienz und Effektivität.
KI kann uns deutlich effizienter machen. Aber nicht automatisch effektiver.
Wenn ich gestern zehn falsche Aufgaben in die falsche Richtung erledigt habe, kann ich morgen vielleicht hundert davon erledigen.
Schneller bin ich dann auf jeden Fall.
Nur meinem Ziel bin ich kaum näher.